Wo Ex e in den Ex-Schutzarten-Werkzeugkasten passt
Ex e besetzt das Mittelfeld zwischen Eigensicherheit (geringe Leistung, Zone 0) und druckfester Kapselung (beliebige Leistung, Zone 1+). Im Einzelnen:
- Höhere Leistung als IS: kann Motorklemmen, Beleuchtungskreise beherrschen
- Geringere Kosten als Ex d: keine Bauweise zur Explosionseindämmung erforderlich
- Auf nicht lichtbogenerzeugende Geräte beschränkt: ausgeschlossen für Relais, Schütze, Schalter mit betriebsbedingtem Lichtbogen
In der Praxis ist die häufigste Ex e-Anwendung das Klemmengehäuse eines Industriemotors. Das Motorgehäuse selbst ist Ex d (Bürsten/Kommutator können Funken erzeugen, müssen eingekapselt werden), aber die Anschlussklemmen erzeugen im Normalbetrieb keinen Lichtbogen — sie erhalten Ex e (leichter, wartungsfreundlicher). Die Kennzeichnung wird Ex de (zusammengesetzt: ‘d’ für Motorgehäuse, ‘e’ für Klemmenkasten).
Verteilerkästen sind eine weitere Hauptanwendung — Stromverteilung an mehrere Ex-Geräte, ohne internen Lichtbogen im Normalbetrieb.
Ex e-Motorschutz
Der Knackpunkt bei Ex e-Motoren: der Blockierstrom darf die Wicklungen nicht über die Temperaturklasse hinaus erwärmen. Hersteller geben an:
tE-Zeit: Zeit bei Stillstand bis zum Überschreiten der Temperaturklasse (typisch 5–40 Sekunden)
IA/IN: Verhältnis Anlaufstrom zu Nennstrom
Das thermische Überlastrelais zum Motorschutz muss auch im ungünstigsten Blockierfall vor Ablauf von tE auslösen. Dies wird dokumentiert und bei der Inbetriebnahme überprüft.
Ex ec — die neue Zone 2-Option
Die Ausgabe 2017 hat die Schutzarten für Zone 2 neu geordnet. Die alte Klassifizierung “Ex nA” (nicht funkenziehend) wurde in “Ex ec”, die erleichterte Ex e-Variante nur für Zone 2, integriert.
Wirkung: Ex e-Geräte für Zone 2 wurden etwas einfacher zu zertifizieren (weniger strenge Umgebungsprüfungen), wobei das Grundprinzip ohne Lichtbogen erhalten bleibt. Neue Bauformen verwenden Ex ec für Zone 2. Ältere nA-Kennzeichnungen sind noch auf Altgeräten zu finden.