EN 1473 Auslegung von Onshore-LNG-Anlagen (diese Norm)
Leitlinien für Auslegung, Bau und Betrieb von Onshore-LNG-Anlagen — Verflüssigung, Speicherung, Verdampfung, Umschlag und Handhabung. Gilt für Anlagen mit über 200 t LNG-Speicherung.
EN 1473 ist die europäische Norm für die Auslegung von Onshore-Anlagen für verflüssigtes Erdgas (LNG) — Verflüssigung, Speicherung, Regasifizierung, Umschlag und Handhabung. Sie legt einen risikobasierten Ansatz für Sicherheitsabstände, kryogene Einhausung und die LNG-spezifischen Gefahren Rollover, schnelle Phasenumwandlung und BLEVE fest. ISO 16903 ist ihr internationales Gegenstück zu den LNG-Eigenschaften.
EN 1473 Leitlinien für Auslegung, Bau und Betrieb von Onshore-LNG-Anlagen — Verflüssigung, Speicherung, Verdampfung, Umschlag und Handhabung. Gilt für Anlagen mit über 200 t LNG-Speicherung.
ISO 16903 Eigenschaften von LNG, die Auslegung und Werkstoffwahl beeinflussen. Die internationale Referenz, wie sich eine kryogene, brennbare Flüssigkeit verhält — die Eingabe für die Werkstoffwahl in EN 1473.
ISO 16924 / ISO 20519 ISO 16924 behandelt LNG-Tankstellen; ISO 20519 die Bunkerung gasbetriebener Schiffe. Die Kleinmaßstab- und maritimen Gegenstücke zu den großen Onshore-Terminals von EN 1473.
(RPT) Um Erdgas wirtschaftlich zu transportieren und zu speichern, kühlt man es, bis es flüssig wird — und verringert sein Volumen rund 600-fach. Diese Bequemlichkeit bringt ein anspruchsvolles Gefahrenbild mit sich: eine brennbare, kryogene Flüssigkeit bei etwa -162 °C, in großen Tanks nahe Menschen und Sachwerten. EN 1473 ist die europäische Norm, die regelt, wie eine Onshore-LNG-Anlage ausgelegt wird, damit diese Gefahren eingehaust bleiben.
Die Norm gibt Leitlinien für Auslegung, Bau und Betrieb von Onshore-LNG-Anlagen — Verflüssigung, Speicherung, Regasifizierung, Umschlag und Handhabung — und gilt für Anlagen mit über 200 t LNG-Speicherung. Ihre Methode ist risikobasiert: statt allein fester Abstände nutzt sie die quantitative Bewertung von Wärmestrahlung, Gasausbreitung und Überdruck, um die Abstände zu Menschen, Gebäuden und der Grenze festzulegen. Speichertanks werden als Einfach-, Doppel- oder Volleinhausung gebaut, ergänzt durch eine Auffangwanne, die einen Austritt fassen kann — das Einhausungskonzept ist die zentrale Verteidigung gegen ein Tankversagen.
LNG versagt anders als gewöhnliche Brennstoffe. Bei -162 °C versprödet es Kohlenstoffstahl, sodass kryogene Werkstoffe zwingend sind — der Bereich, in dem ISO 16903 die internationale Referenz zu LNG-Eigenschaften und Werkstoffwahl liefert. Rollover kann ein großes Dampfvolumen freisetzen, wenn sich geschichtete Lagen plötzlich vermischen. Die schnelle Phasenumwandlung verdampft ausgetretenes LNG bei Wasserkontakt nahezu sofort, eine physikalische Explosion ohne Verbrennung. Und BLEVE sowie große Lachenbrände sind die Eskalationsszenarien, die Abstand, Detektion und Notabsperrung verhindern sollen.
EN 1473 legt die Anlagenauslegung fest; andere Normen schützen sie im Betrieb. Sicherheitsinstrumentierte Systeme, die die Anlage abschalten, folgen IEC 61511, aufgebaut auf dem Rahmen der funktionalen Sicherheit von IEC 61508. Da brennbares Gas den Standort prägt, gilt überall das Regime explosionsfähiger Atmosphären: die Richtlinie ATEX 2014/34/EU für Geräte und IEC 60079 für deren Auslegung und Errichtung in explosionsgefährdeten Bereichen.