IEC 61000-2 Umgebung
Charakterisiert elektromagnetische Umgebungen: Industrie, Wohnbereich, Gewerbe. Grundlage für die Definition von Kompatibilitätspegeln.
IEC 61000 ist die übergeordnete Normenreihe für elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) — die Fähigkeit von Betriebsmitteln, in ihrer elektromagnetischen Umgebung korrekt zu funktionieren, ohne inakzeptable elektromagnetische Störungen zu verursachen. Deckt Emissionen und Störfestigkeit ab. EMV-Konformität ist für die CE-Kennzeichnung in der EU verpflichtend.
IEC 61000-2 Charakterisiert elektromagnetische Umgebungen: Industrie, Wohnbereich, Gewerbe. Grundlage für die Definition von Kompatibilitätspegeln.
IEC 61000-3-2 Begrenzt Oberschwingungsemissionen für Geräte mit Eingangsströmen ≤ 16 A je Leiter. Entscheidend für Frequenzumrichter, Schaltnetzteile und Beleuchtung.
IEC 61000-3-3 Begrenzt Spannungsschwankungen und Lichtflicker am Netzanschlusspunkt für Geräte ≤ 16 A.
IEC 61000-4-2 ESD-Störfestigkeitsprüfung: Kontaktentladung 8 kV, Luftentladung 15 kV. Simuliert elektrostatische Entladungen von Personen und Gegenständen auf das Betriebsmittel.
IEC 61000-4-3 Störfestigkeit gegen elektromagnetische Felder von 80 MHz bis 6 GHz. Industriepegel 3 = 10 V/m. Simuliert Emissionen von Funkgeräten, Mobiltelefonen und drahtlosen Systemen.
IEC 61000-4-4 Simuliert Schalttransienten von Schützen, Relais und Leistungsschaltern auf Versorgungs- und Signalleitungen. Pegel 3 = 2 kV auf Versorgungsleitung.
IEC 61000-4-5 Wellenform 1,2/50 µs (Spannung) und 8/20 µs (Strom). Pegel 3 = 2 kV (Leiter–Leiter) / 1 kV (Leiter–Erde). Simuliert indirekten Blitzeinschlag und Netzschaltvorgänge.
IEC 61000-4-6 Störfestigkeit gegen durch HF-Felder induzierte leitungsgeführte Störungen von 150 kHz bis 80 MHz. Pegel 3 = 10 V. Relevant für Leitungen in der Nähe von Sendern.
IEC 61000-4-11 Prüfung auf Spannungseinbrüche (0 %, 40 %, 70 %) und Kurzzeitunterbrechungen. Kritisch für netzgespeiste Steuerungen und speicherprogrammierbare Steuerungen.
EMV umfasst zwei Anforderungen:
Beide Aspekte sind unabhängig und müssen für die CE-Kennzeichnung (Richtlinie 2014/30/EU) nachgewiesen werden.
| Norm | Phänomen | Typischer Industriepegel | Anwendung |
|---|---|---|---|
| 61000-4-2 | ESD | Kontakt 8 kV, Luft 15 kV | Alle zugänglichen Geräte |
| 61000-4-3 | Gestrahltes Feld | 10 V/m (80 MHz–6 GHz) | Nähe zu Sendern |
| 61000-4-4 | EFT/Burst | 2 kV Versorgung, 1 kV Signal | Leitungen nahe Schützen |
| 61000-4-5 | Stoßspannung (Surge) | 2 kV L-L, 1 kV L-PE | Indirekter Blitz, Schaltvorgänge |
| 61000-4-6 | HF leitungsgeführt | 10 V (150 kHz–80 MHz) | Lange Leitungen in HF-Bereichen |
| 61000-4-11 | Einbrüche/Unterbrechungen | 0 %, 40 %, 70 % / 0,5–250 Perioden | Instabile Netzversorgung |
Frequenzumrichter (VFD) sind die Hauptquelle von Oberschwingungen in Fabriken. Ein 6-Puls-Umrichter erzeugt ohne Filterung typisch einen THD von 25–35 %:
Hinweis: Für Betriebsmittel in Industrieumgebungen IEC/EN 61000-6-2 (Industriestörfestigkeit) und IEC/EN 61000-6-4 (Industrieemissionen) als Basis verwenden, sofern keine spezifischere Produktnorm verfügbar ist.