# ISO 22734 — Wasserstofferzeuger durch Wasserelektrolyse

> ISO 22734 ist die internationale Norm für Wasserstofferzeuger, die Wasser durch Elektrolyse spalten — alkalisch, PEM und Festoxid. Sie legt die Sicherheits- und Leistungsanforderungen für das Gerät im Herzen des grünen Wasserstoffs fest, wo brennbarer Wasserstoff und Sauerstoff gemeinsam erzeugt werden.

- Quelle : https://industryhub.site/de/standards/iso-22734
- Herausgeber : ISO
- Familie : Wasserstoff
- Status : current
- Erstveröffentlichung : 2008
- Letzte Revision : 2019
- Ausgabe : Konsolidiert (2019)
- Nächste Revision : In Überarbeitung
- Zugang : Kostenpflichtig (ISO Store)
- Sprache : Deutsch

## Dokumentstruktur

- **ISO 22734:2019** — Industrielle, gewerbliche und private Anwendungen : Die konsolidierte Norm (ersetzt die früheren Teile -1 und -2). Definiert Konstruktions-, Sicherheits- und Leistungsanforderungen für Wasserstofferzeuger durch Wasserelektrolyse über alle Anwendungsgrößen.
- **ISO 19880 (begleitend)** — Gasförmige Wasserstoff-Tankstellen : Wo elektrolytischer Wasserstoff an Fahrzeuge abgegeben wird — das nachgelagerte Gegenstück zur Erzeugung nach ISO 22734.
- **ISO 19884 / ISO 11114 (begleitend)** — Flaschen & Werkstoffverträglichkeit : Speicherung von komprimiertem Wasserstoff und Verträglichkeit von Werkstoffen mit Wasserstoff (Versprödung) — die Speicher- und Transportseite.

## Schlüsselbegriffe

- **Elektrolysetechnologie** : Alkalisch (ausgereift, kostengünstig), PEM (Protonenaustauschmembran — schnell reagierend, folgt variablen Erneuerbaren gut) und Hochtemperatur-Festoxid (SOEC — höchster Wirkungsgrad mit Wärme). ISO 22734 ist technologieneutral, doch Gefährdungen und Balance-of-Plant unterscheiden sich je nach Typ.
- **Koproduktion von Wasserstoff und Sauerstoff** : Die Elektrolyse spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Die beiden Gasströme getrennt zu halten, Kreuzkontamination zu erkennen und ein brennbares Gemisch zu vermeiden ist eine zentrale Sicherheitsanforderung — der eigentliche Grund für die Norm.
- **Sicherheitshülle für Wasserstoff** : Wasserstoff hat einen sehr breiten Zündbereich und eine geringe Zündenergie. ISO 22734 verlangt Zoneneinteilung explosionsgefährdeter Bereiche (ATEX/IEC 60079), Lüftung, Gasdetektion sowie sichere Anfahr-/Abfahr- und Spülsequenzen, um eine explosionsfähige Atmosphäre zu vermeiden.
- **Spezifischer Energieverbrauch** : Der Stromverbrauch pro Kilogramm Wasserstoff (kWh/kg), der Kehrwert des Wirkungsgrads. Systeme liegen heute bei rund 50-55 kWh/kg; diese Zahl, multipliziert mit dem Strompreis, dominiert die Kosten des grünen Wasserstoffs.
- **Dynamischer / flexibler Betrieb** : An Solar oder Wind gekoppelt muss ein Elektrolyseur variabler Leistung folgen. PEM regelt schnell hoch; häufiges Zyklen belastet Stacks und Balance-of-Plant, sodass die Haltbarkeit im dynamischen Betrieb zu einem zentralen Spezifikationspunkt geworden ist.
- **Systemgrenze / Balance of Plant** : Ein Elektrolyseur ist mehr als der Stack: Wasseraufbereitung, Gastrennung und -trocknung, Leistungswandlung (Gleichrichter), Kühlung und Steuerung. ISO 22734 behandelt den integrierten Erzeuger, nicht nur die Zelle.

## Die Maschine im Herzen des grünen Wasserstoffs

Grüner Wasserstoff beginnt mit einem **Elektrolyseur**: einer Maschine, die erneuerbaren Strom nutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten. **ISO 22734** ist die Norm, die diese Maschine regelt — Konstruktion, Sicherheit und Leistung — von der Schrankgröße bis zur Anlage mit mehreren Megawatt.

Die Norm existiert, weil die Elektrolyse zwei reaktive Gase zugleich erzeugt: brennbaren Wasserstoff und reinen Sauerstoff. Sie getrennt und aus einem explosiven Gemisch herauszuhalten ist nicht verhandelbar.

## Die drei Elektrolysewege

ISO 22734 ist technologieneutral, doch die Wahl prägt das System:

- **Alkalisch** — ausgereift und günstig, das Arbeitspferd großer Industrieanlagen.
- **PEM** (Protonenaustauschmembran) — kompakt und schnell reagierend, die beste Eignung für **variable** Solar- und Windeinspeisung.
- **Festoxid (SOEC)** — Hochtemperatur, höchster Wirkungsgrad bei verfügbarer Abwärme, noch früher im Einsatz.

## Sicherheit: Wasserstoff und Sauerstoff zusammen

Der breite Zündbereich und die geringe Zündenergie des Wasserstoffs rücken den Sicherheitsnachweis ins Zentrum. ISO 22734 verlangt **Gastrennung** und Erkennung von Kreuzkontamination, **Zoneneinteilung** (abgestimmt mit ATEX / [IEC 60079](/de/standards/iec-60079)), **Lüftung**, **Gasdetektion** sowie sichere **Anfahr-, Abfahr- und Spülsequenzen**. Dieselben Wasserstoffeigenschaften bestimmen die Werkstoffwahl, da das kleine Molekül leicht entweicht und manche Stähle versprödet.

## Kosten, Flexibilität und das weitere Normengefüge

Die Leistung läuft auf den **spezifischen Energieverbrauch** (kWh pro kg) hinaus — der, mit dem Strompreis multipliziert, die Kosten des Wasserstoffs festlegt. An Erneuerbare gekoppelt muss der Elektrolyseur **dynamisch** laufen, und häufiges Zyklen verschleißt den Stack. Nachgelagert wird der Wasserstoff komprimiert, gespeichert und vor Ort genutzt oder über [ISO 19880](/de/standards/iso-19880)-Tankstellen abgegeben; die gesamte Kette erbt die Explosionsschutz-Disziplin von [ATEX 2014/34/EU](/de/standards/atex-2014-34-eu) und die Cybersicherheit von [IEC 62443](/de/standards/iec-62443) für ihre Steuerung.

## Betroffene Branchen

Erzeugung von grünem Wasserstoff (Power-to-X), Industrielle Wasserstoffnutzer (Raffination, Ammoniak, Stahl), Mobilitäts-Betankung (mit ISO 19880), Erneuerbaren-Entwickler, die Elektrolyse an Solar/Wind koppeln

## Referenzen & Vertiefung

- [ISO 22734:2019 — offiziell](https://www.iso.org/standard/69212.html)
- [IEA — The Future of Hydrogen](https://www.iea.org/reports/the-future-of-hydrogen)
